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Jahresmilchertrag gestiegen und Tierarztkosten verringert:

Trotz der gut ein Drittel größeren Kuhherde als 1999 und der prozentualen Steigerung des tierärztlichen Stundenverrechnungssatzes über die vergangenen 5 Jahre sind die Tierarztkosten heute insgesamt um gut 15% niedriger [...] Der Jahresmilchertrag der gesamten Herde von zuvor 76 x 8.000 kg = 608.000 kg stieg dauerhaft auf jetzt 103 x 9.500 = 978.500 kg um 60,9 % .... 
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Zu viel Mais für zu wenig Energie

2011-10-18 10:34 von Paul Werner Zeh (0 Kommentare)

15. Oktober 2011 | Von Margret Kiosz


Er gilt als Mann der leisen Töne, der Verständigung und des Ausgleichs. Um so alarmierender ist die Bilanz, die der Landesnaturschutzbeauftragte Klaus Dürkop gestern zu den Folgen des Maisanbaus in Schleswig-Holstein zog: "Biomasse wird langfristig nur zwei bis drei Prozent zur Energieversorgung beitragen- doch dafür zerstören wir unsere Landschaft". Ausgelaugte und verdichtete Äcker, durch Herbizide und Gärreste belastetes Trinkwasser sind aus seiner Sicht nur ein Teil des Problems. Bedenklich sei vor allem, dass die Bürger bei der Produktion von Energie in Bio gasanlagen draufzahlten. So müssten die von den großen Mais-Maschinen zerfahrenen Wirtschaftswege instand gesetzt und die Milchbauern unterstützt werden. Weil die Pachten durch die Nachfrage der Maisbauern rasant steigen - auf über 1000 Euro pro Hektar - seien andere Bauern in ihrer Existenz gefährdet. Pferdehöfen fehle wegen des Grünlandumbruchs das Heu, und Jäger kämpften gegen die Wildschweinplage. "Das hat Auswirkungen auf das soziale Gefüge", so Dürkops Prognose. Auch der Tourismus leide, "weil Urlauber nicht mehr wie früher auf blühende Rapsfelder, sondern nur noch auf meterhohe Maiswände oder tote, abgeerntete Felder schauen".

Von den Schäden für die Natur ganz zu schweigen. Es komme zu massivem Artenrückgang. Da die Äcker bis zum Rand mit den Monokulturen bestellt würden, fehle den Knicks das Licht, und durch Absenkung der Wasserstände zur Nutzbarmachung feuchten Grünlands seien die Bodenlebenwesen "völlig ramponiert, klagte auch Beiratsmitglied Professor Klaus Dierßen von der Kieler Uni.

Bleibt die Frage, warum die Politik nicht reagiert: "Wir weisen seit Jahren auf die Gefahren hin", so Dürkop. Doch Gehör habe man im Umweltministerium kaum gefunden. Die freiwilligen Empfehlungen, die jüngst Ministerin Juliane Rumpf (CDU) für die Maisbauern aufgestellt habe, seien Makulatur. "Da steht nichts Konkretes drin. Und Freiwilligkeit reicht nicht, wir brauchen klare Grenzziehungen ".

Weil die Politik aus falscher Rücksichtnahme nicht handele, fordert Dürkop die Bevölkerung zum Protest auf. "Notfalls auch über eine Klage in Brüssel", erklärte Beiratsmitglied Ulrich Mierwald. "Die Frage ist doch, ob es sich bei dem Maisanbau für Biogasanlagen noch um Landwirtschaft handelt oder um Industriebetriebe." Letztere würden vom Gesetzgeber sehr viel stärker kontrolliert und durch Genehmigungsauflagen reglementiert.

Quelle: SHZ.de

Kommentar von Gerd Blohm:

An der Stelle von „Schleswig-Holstein“ könnte auch der Name anderer Bundesländer stehen.

Das Bestreben, in der Strom- und Treibstoffgewinnung unabhängiger von Atomkraftwerken und Erdöl zu werden, ist natürlich gut und förderungswürdig, aber bitte im Einklang mit der Natur!  

Wie so oft fehlt es den Entscheidungsträgern an der Bereitschaft und/oder Fähigkeit die Ganzheitlichkeit der Natur als unsere Lebensbasis zu beachten. Profit und Machthunger sind immer noch sehr häufig das Zünglein an der Wage und nicht das Leben von Menschen, Tieren und Pflanzen. Dafür wurde kein Parlament gewählt und keine Regierung gebildet.

Es ist gut und zunehmend wichtig, dass immer mehr Menschen diese lebensfeindlichen Handlungen erkennen, selbst Alternativen nutzen, fördern und einfordern. Wir brauchen weniger klare Grenzziehungen, sondern vielmehr die Erhaltung und Förderung des Lebens als oberstes Handlungsprinzip jedes Parlamentes, jeder Regierung, jeder Verwaltung, und jedes Wissenschaftlers.

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